„Evolutionitis“ und andere Evolutionismen

Lisa Klotz

Abstract


Dieser Artikel war ursprünglich ein Diskussionsbeitrag auf der ÖGS-Tagung in Innsbruck. Er befasst sich kritisch mit der Debatte über die Bedeutung der Evolutionstheorie in der Soziologie. Die folgende Annäherung bewegt sich innerhalb des Spannungsverhältnisses zwischen einer soziologischkritischen Analyse von Herrschaftsverhältnissen qua Evolution, und möglichen (gesellschaftlichen) Konsequenzen einer Weiterführung der Evolutionstheorie in der Soziologie. Nachdem zu Beginn verschiedene Problematiken im Umgang mit der Evolutionstheorie fokussiert werden und daraufhin der Begriff geschärft wird werden anschließend der Umgang mit der Evolutionstheorie, und ihre Integration in verschiedene Bereiche kritisch untersucht. Dabei wird die virale Ausbreitung vermeintlich darwinistischer Ideen als Metapher einer entzündlichen Krankheit, „Evolutionitis“, historisch nachvollzogen. Darüber hinaus wird eine grundsätzliche epistemologische Grenze als implizite Folge der Evolutionstheorie aufgezeigt. Abschließend erfolgt ein Vorschlag, um auftauchenden Problemen in Zukunft besser zu begegnen.

This article was originally a contribution to a discussion at the ÖGS-conference in Innsbruck, and critically studies the debate on the meaning of the theory of evolution in sociology. The following approach shifts within the tension between a sociological-critical analysis of ruling order qua evolution, and possible social consequences of a continuation of the theory of evolution in sociology. After focussing on different problems concerning the treatment of the evolutionary theory, and having specified the concept, the way the evolutionary theory is handled, and its integration into different areas will be investigated subsequently. Thereby the viral propagation of supposed Darwinistic ideas is followed historically in the form of a metaphor of an inflammatory disease: “Evolutionitis”. Apart from that it is shown that there exists a general epistemological limitation as implicit consequence of the theory of evolution. Finally a suggestion is made how to better face emerging problems in future.

 

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Lisa Klotz, ehem. Lehrbeauftragte des Instituts für Soziologie an der LMU (englischsprachige Kurse in theoretischer Soziologie), promoviert zurzeit am Lehrstuhl Nassehi über die Rezeption der Quantenphysik (Arbeitstitel).; Forschungsschwerpunkte: Wissenschaftssoziologie, Wissenssoziologie, Religionssoziologie, Kultursoziologie, Ethnologie, qualitative Methoden

 

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DOI 10.15203/3122-56-23



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