Gleichbleiben trotz Überschuldung: Identitätsarbeit als Strategie des ‚Weiter-So‘ und der ‚Rückbesinnung‘

Udo Dengel

Abstract


Die Überschuldung von Menschen wird in Deutschland zunehmend sichtbar und dadurch zu einem Problem. Auf der Datenbasis von im DFG-Projekt ‚Identitätsarbeit unter Druck‘ geführten Interviews mit überschuldeten Menschen ‚aus der Mitte der Gesellschaft‘ werden Strategien bezüglich des Umgangs mit der Krise ihrer Überschuldung aufgezeigt. Es werden gleichzeitig die strukturell (prekären) Institutionen/ Ordnungen in den Blick genommen, die Zuschreibungen an Verschuldung/ Verschuldete organisieren. In einem sozialkonstruktivistischen und wissenssoziologisch-hermeneutischen Stil gelangt die Arbeit zu kategorialen Hervorbringungen, die Überschuldungskrise und deren Bewältigung zur Identitätskonstruktion zwischen Extremen verorten. In diesem Beitrag wird ein Ausschnitt der Ergebnisse vorgestellt, die Strategien des ‚Gleichbleibens‘ unterschiedlich perspektivieren. Diese sind: ‚Rückbesinnung‘ auf Werte der ‚guten‘ Mittelschicht und ‚Weiter-So‘ im Erwerbsarbeitsmodus.

The excessive indebtedness of people in Germany becomes  increasingly visible and thus it becomes a problem. Based on interviews from the DFG project ‘Identity Work under Pressure’ which were done with overindebted people ‘from the middle class’, we extract strategies of dealing with the crisis of excessive indebtedness. At the same time we focus the (precarious) structures of institutions/ orders which organize ascriptions to excessive indebtedness/ overindebted people. With the use of Social Constructivism and the Hermeneutic Sociology of Knowledge our work yields categories of identity strategies which lie between extremes. In this article, an extract is presented which shows the strategy of ‘staying the same’ in different ways. They are ‘return’ to values of the ‘good’ middle class and ‘going on’ in the modus of employment society.

 

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Udo Dengel ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule Fulda, Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften. Er studierte Soziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München und promovierte dort zum Dr. phil., gefördert mit einem Stipendium des Centrums für soziale Investitionen und Innovationen der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Er war unter anderem als Lehrkraft für besondere Aufgaben am Institut für Soziologie der Ludwig-Maximilians-Universität München beschäftigt und arbeitete an einem DFG-Projekt an der Universität Duisburg-Essen mit. Forschungsschwerpunkte sind qualitative Methoden der Sozialforschung, Biographie- und Identitätsforschung, Migrationsforschung, Forschung zu zivilgesellschaftlichem Engagement.

 

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DOI 10.15203/3122-56-7-07



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