Altmetrics zwischen Revolution und Dienstleistung: Eine methodische und konzeptionelle Kritik

Ulrich Herb

Abstract


Alternative Impact Metriken (Altmetrics) gelten oft als demokratisierende oder gar revolutionäre Verfahren zur Messung wissenschaftlicher Resonanz. Dieser Nimbus wird ihnen vor allem zuteil, da sie regelmäßig als den bekannten zitationsbasierten Verfahren der Impact-Messung (Journal Impact Factor, Hirsch-Index/ h-Index) überlegen angesehen werden. Dies wiederum vor allem, weil sie die Resonanz-Messung von wissenschaftlichen Texttypen erlauben, die von den Zitationsmetriken nicht erfasst werden (z.B. Bücher oder Sammelbände) oder sogar von Objekttypen (z.B. wissenschaftliche Daten und Software), die bisher per se von der Impact-Messung ausgeschlossen waren. Dieser Beitrag prüft, inwiefern Altmetrics aktuell dem Anspruch, eine demokratisierende Revolution, die immer auch eine rabiate Veränderung von Strukturen und Regeln bedeutet, auszulösen, gerecht werden kann oder ob sie nicht doch einfach eine der äußerst kritischen Reflexion bedürfende Dienstleistung sind, da sie neue Verfahren der Kontrolle, Evaluierung und Ökonomisierung der Wissenschaft erlauben.

Alternative impact metrics (Altmetrics) are often considered to be democratizing or even revolutionary methods for measuring scientific resonance. This nimbus mainly surrounds them because they are regarded as metrics that outclass the well-known citation-based metrics (e.g. the Journal Impact Factor or Hirsch-Index/h-Index). This in turn happens mainly due to the fact that Altmetrics allow the resonance measurement of scientific document types (e.g. books or anthologies) or even object types (e.g. scientific data and software) that were previously excluded from the impact measurement. This contribution examines to what extent Altmetrics are sparking off a democratizing revolution, which necessarily always implies a rigorous change in structures and rules, or whether they are simply not more than a service that has to be considered highly critical as they offer new tools to control, evaluate and economize science.

 

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Ulrich Herb, Soziologie-Studium an der Universität des Saarlandes (Abschluss Diplom-Soziologe), Promotion (ebenfalls an der Universität des Saarlandes) in Informationswissenschaft. Seit 2001 an der Saarländischen Universitäts- und Landesbibliothek tätig und für die Betreuung von Drittmittelprojekten und elektronischen  Publikationsangeboten zuständig, freiberuflich als Wissenschaftsberater und Journalist tätig. Lehrbeauftragter an verschiedenen Hochschulen, etwa an der Hochschule der Medien in Stuttgart oder der HTW Chur.

 

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DOI 10.15203/3122-56-24



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