Transnationalisierung - multiskalare Analysen in der Arbeitsforschung

Theresa Fibich, Jörg Flecker, Susanne Pernicka

Abstract


Europäisierungs- und Globalisierungsprozesse führen dazu, dass die Entwicklung von Arbeit konzeptionell nicht mehr nur innerhalb des Nationalstaats analysiert werden kann. Obwohl in der Soziologie eine umfassende Debatte zum Raumbegriff vorliegt, hat eine theoretische Auseinandersetzung mit sozialräumlichen Bezügen von Arbeit bislang kaum Eingang in die Kernbereiche der Arbeitsforschung gefunden. Ziel des Artikels ist es Konzepte aufzuzeigen, die in der Lage sind, aktuelle Entwicklungen von Arbeit in ihren multiplen sozialräumlichen Bezügen zu untersuchen. Das Konzept der scales scheint geeignet, globale, nationale und lokale Prozessebenen zu verknüpfen, und nimmt dabei auch die Gleichzeitigkeit bzw. Multiskalarität der Bezüge, die Arbeit und Arbeitshandeln mitbestimmen, in den Blick. Ein raumsensibler Zugriff auf Arbeit kann absolutistische Raumkonzepte, wie sie in der Arbeitsforschung Großteils nach wie vor bestehen, aufbrechen und damit neue empirische Fragen eröffnen.

Due to Europeanization and globalization it is not appropriate to limit the research of work and employment to a nation-state framework. Although there is debate about the concept of space in sociology, a theoretical discussion of socio-spatial dimensions of work has scarcely entered the core areas of the research of work and employment. Hence, the aim of this article is to present theoretical concepts which could improve our understanding of recent transnational developments in work and employment. The concept of scales is able to link global, national and local levels taking into account their simultaneous or multi-scaled character. A space-sensitive approach in the sociology of work and employment could overcome absolutist concepts of space which are still dominating in this research area, and would therefore lead to new empirical questions.

 

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Theresa Fibich ist Universitätsassistentin am Institut für Soziologie der Universität Wien. Nach ihrem Studium an der pädagogischen Hochschule in Krems, studierte sie Soziologie an der Universität Wien und arbeitet seit 2011 am dortigen Institut für Soziologie u.a. auch als wissenschaftliche Projektmitarbeiterin. Seit 2014 ist sie für die Koordination des Forschungsnetzwerks SOZNET zuständig und ist seit 2015 auch Mitglied des Sektionsrats der Sektion Arbeitssoziologie der ÖGS. Ihre Forschungsinteressen liegen an der Schnittstelle arbeits- und familiensoziologischer Fragestellungen, Transnationalisierung und Alter(n). Institut für Soziologie, Universität Wien.

Jörg Flecker ist Professor für Allgemeine Soziologie und Institutsvorstand am Institut für Soziologie der Universität Wien. Er studierte Handelswissenschaften und Soziologie und wurde 2003 an der Universität Wien im Fach Wirtschaftssoziologie habilitiert. Von 1991–2013 war er wissenschaftlicher Leiter der Forschungs- und Beratungsstelle Arbeitswelt (FORBA) in Wien, 2013 wurde er an die Universität Wien berufen. Seine Forschungsschwerpunkte sind Arbeit in transnationalen Wertschöpfungsketten, dynamische Vernetzungen von Organisationen und die Qualität der Arbeit, Arbeitszeit sowie Transformation öffentlicher Dienstleistungen.

Susanne Pernicka ist Professorin für Wirtschafts- und Organisationssoziologie und Institutsvorständin des Instituts für Soziologie der Johannes Kepler Universität Linz. Sie war Universitätsassistentin an der Universität Wien, Juniorprofessorin für die Soziologie europäischer Gesellschaften an der Universität Oldenburg, sie habilitierte im Jahr 2009 an der Universität Graz und wurde 2010 an die Johannes Kepler Universität berufen. Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen die Arbeitsbeziehungen im internationalen Vergleich und aus transnationaler Perspektive, Dynamiken von Macht und kollektiver Gegenmacht in hochqualifizierten Tätigkeitsbereichen, Revitalisierung von Gewerkschaften.

 

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DOI 10.15203/3122-56-7-06



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