Delegierte Koordination. Zur Koordinationsfunktion intermediärer Organisationen in der österreichischen Forschungsförderung

Rupert Pichler

Abstract

Die Forschungspolitik ist nicht nur eine potenziell fragmentierte Querschnittsmaterie, sondern auch Schnittstelle der Politik zur Forschung als Expertensystem. Sie ist daher zu Aushandlungsprozessen mit anderen Akteuren gezwungen, was horizontale und vertikale Koordination erfordert. Dabei spielt das für die Forschungsförderung typische institutionelle Arrangement der intermediären Organisation eine zentrale Rolle zur Koordination zwischen Staat und Forschung. Gleichzeitig setzt sich die forschungspolitische Fragmentierung auf der intermediären Ebene fort. Diese kann aber auch Ansatzpunkte zur Erzielung von Koordinationseffekten bieten, wenn die Umsetzung forschungspolitischer Strategien schwerpunktmäßig in den Aufgabenbereich intermediärer Forschungsförderungsorganisationen fällt. Das Beispiel der österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft zeigt, dass Koordinationsbarrieren durch eine ressortübergreifende Agentur teilweise überwunden und positive Rückwirkungen auf die politische Ebene erzielt werden können. Grenzen sind dieser Koordinationsform durch ihr beschränktes Instrumentarium und mögliche Ungleichgewichte zwischen den Principals gesetzt.

Schlagworte

Forschungspolitik; Koordination; Agencification

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