Was ist die soziale Dimension in der Hochschulentwicklung? Ergebnisse einer Analyse hochschulpolitischer Strategiepapiere im österreichischen Hochschulsystem

Michael Brandmayr

Abstract

Der Beitrag analysiert hochschulpolitische Strategiepapiere zur Frage, was der Begriff der sozialen Dimension im Diskurs um Hochschulpolitik in Österreich bedeutet. Es wird gefragt, welche Deutungen von Chancengerechtigkeit und Bildungsungleichheit mit ihm verbunden sind und welche Fördermaßnahmen damit begründet werden. Methodisch orientiert sich der Beitrag an der Wissenssoziologischen Diskursanalyse (Keller 2011), der Untersuchungszeitraum beträgt zehn Jahre.

Die Ergebnisse der Analyse zeigen, dass der Begriff der sozialen Dimension mit der Bologna-Deklaration erstmals im Diskurs auftritt. Darin wurde Employability zum zentralen Bildungsziel des europäischen Hochschulraums. Es zeigt sich die Deutung, durch Individualisierung, Konkurrenz und Wettbewerb die Leistungspotentiale von Individuen effizient auszuschöpfen. Der Begriff der sozialen Dimension wird in diesem Kontext nicht mehr im Sinne der Kompensation gesellschaftlicher Ungleichheit, sondern als Leistungsgerechtigkeit verstanden.

Schlagworte

Hochschulpolitik, Soziale Dimension, Ungleichheitsforschung, Diskursanalyse

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