Genießen islamistische Parteien tatsächlich einen politischen Vorteil? Das Beispiel Tunesien

Tim Lewis Poppenborg, Bernd Schlipphak

Abstract

Ein kürzlich erschienener Literaturüberblick von Cammett und Luong diskutiert den politischen Vorteil islamistischer Parteien in Nordafrika und Nahost, kann die angenommene Funktionsweise des politischen Vorteils aber nicht empirisch belegen. Durch den Rückgriff auf das Konzept der individuellen Nutzung von Heuristiken umgehen wir gängige Messprobleme und argumentieren, dass durch die von islamistischen Parteien bereitgestellten „cues“ bestimmte Gruppen von BürgerInnen eine höhere Wahlwahrscheinlichkeit zugunsten eben dieser Parteien haben sollten. Der Test unseres Arguments mit Daten des Arab Barometer für das Beispiel Tunesien zeigt ein ambivalentes Bild. Während Befragte, die unverbrauchte politische Akteure bevorzugen, zu islamistischen Parteien tendieren, gilt dies für Befragte, denen die Integrität von KandidatInnen
wichtig ist, entgegen unserer Erwartungen nicht.

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