Anti-Pluralismus im Mainstream: Antiziganismus und Homophobie in Postings in Online-Zeitungen

Tina Olteanu

Abstract

Der Beitrag geht der Frage nach, inwiefern antipluralistische Einstellungen in der Mitte der Gesellschaft – im Sinne eines dort stattfindenden Diskurses – verankert sind. Dazu werden Postings auf krone.at und derstandard.at untersucht, die sich mit Beiträgen zu Roma und Homosexuellen beschäftigen. Die dort geäußerten Vorstellungen zeigen, dass diesen marginalisierten Gruppen stereotype Verhaltensweisen zugeschrieben und sie als Bedrohung für die Mehrheitsgesellschaft stilisiert werden. In Bezug auf die Roma zeichnen sich eher einhellige ablehnende Äußerungen ab, die teilweise in menschenverachtenden Aussagen münden. Berichterstattungen über Homosexuelle führen zu einem stark polarisierenden Diskurs in den Postings, der neben Verachtung auch wachsende gesellschaftliche Akzeptanz zum Ausdruck bringt. Antipluralismus ist damit im Diskurs in Mehrheitsgesellschaft akzeptiert. Eine fiktive Bedrohung durch marginalisierte Gruppen wird dazu genutzt, gesellschaftlichen Pluralismus, der eine Grundlage moderner Demokratien darstellt, abzulehnen.

Schlagworte

Pluralismus/pluralism, Anti-Pluralismus/anti-pluralism, Roma/Roma, Homophobie/homophobia, Postings

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