Policy Analyse: Empirismus, gesellschaftliche Konstruktion und Realismus

Clive Spash

Abstract

Ulrich Brand hat in diesem Journal kürzlich die Frage nach neuen Wegen in der Policy Analyse aufgeworfen. Der vorliegende Kommentar ist geschrieben aus Sicht eines interdisziplinär forschenden Politikwissenschafters mit Interesse an den Beziehungen von sozialen, ökonomischen und ökologischen Problemen. Im Mittelpunkt stehen zwei unterschiedliche, in den Sozialwissenschaften vorherrschende Methodologien. Der rationalistische Ansatz ist den Naturwissenschaften nachgebildet und nimmt eine vollständig nachvollziehbare, objektive Realität an, die wissenschaftlich beobachtet werden kann. Die sozialkonstruktivistische Position, oder interpretative Policy Analyse (IPA), nimmt hingegen Wissen und Meinung als untrennbar verknüpft an, weshalb sich wissenschaftliche Beobachtung davon nicht unabhängig machen kann und daher subjektiv geprägt bleibt. Brand bietet sein Modell der HPMA als Ausweg aus dieser Konstellation an, aber er ordnet sie vor allem der sozialkonstruktivistischen Position zu. Mein Argument lautet dagegen, dass es eine Synthese von Elementen aus beiden Richtungen braucht, und tatsächlich ist es das, was Brand selbst macht.

Schlagworte

Policy-Analyse, interpretative Policy-Analyse, kritischer Realismus, historischer Materialismus, kritische Staatstheorie, Wissen

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