Kein Raum für Österreich. Der fehlende kritische Umgang mit Raumkonzepten nach 1945 und seine Auswirkungen auf die Gestaltung des Schulunterrichts

Christoph Clar

Abstract

Sozialwissenschaftliche Ansätze besinnen sich in ihren Gesellschaftsanalysen vermehrt auf die Miteinbeziehung räumlicher Komponenten. Untersucht wird dabei die gesellschaftliche Produktion von Räumen/Räumlichkeit(en) sowie deren Bedeutung für gesellschaftliche Praxis. Den deutschsprachigen Sozialwissenschaften wird für die Zeit nach 1945 eine grundsätzliche Berührungsangst betreffend den Begriff Raum attestiert, zurückgeführt auf die politische Aneignung von Raumkonzepten durch die Nationalsozialisten. Die Nachwirkungen der fehlenden Rezeption sozialwissenschaftlicher Überlegungen zur gesellschaftlichen Produktion von (politischen) Räumen wirkten sich auf verschiedene Anwendungsbereiche aus, u.a. auf die Gestaltung des österreichischen Schulunterrichts. Gepaart mit der strukturellen und personellen Kontinuität der österreichischen Forschungs- und Bildungslandschaft resultierte das in einer unkritischen und unreflektierten Vermittlung bestehender räumlicher Verhältnisse. Vorliegender Artikel untersucht mögliche Zusammenhänge zwischen den gegenständlichen wissenschaftshistorischen Entwicklungen und der inhaltlichen Gestaltung des österreichischen Schulunterrichts.

Schlagworte

Raumkonzepte, österreichische Sozialwissenschaften, Entnazifizierung, Schulunterricht, Geografieunterricht, Politische Bildung

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