The Tactical Displacement of Ideas, or why I am Becoming Lakatos Intolerant

Lars Thorup Larsen

Abstract

Die ideenorientierten (bzw. politikinhaltsorientierten) Ansätze in der Politikfeldanalyse bauen auf den aus der Wissenschaftstheorie abgeleiteten Modellen auf, wie etwa auf dem Paradigma-Modell von Kuhn oder dem Konzept des Forschungsprogramms von Lakatos. Ein zentrales Beispiel dafür ist das Konzept der „Advocacy-Coalition“ von Paul Sabatier, denn dieses stellt eine Analogie zu Lakatos‘ Modell der „grundlegenden“ Postulate und „negativen Heuristik“ („protective Layers“) dar. Der Artikel strebt eine Kritik dieser Analogie an und weitet diese auch auf andere ideenorientierten Ansätze aus. Ein solchermaßen konzipiertes Theoretisieren der Ideen bringt nämlich Probleme mit sich, die sich in der Praxis der Politikfeldanalyse niederschlagen, insbesondere auf deren Anspruch einer dynamischen Analyse der Politik und ihrer Veränderung(en).

Obwohl die ursprüngliche Motivation der ideenorientierten Ansätze in der Politikfeldanalyse eine Kritik des sogenannten „black-boxing“ war, das an den institutionalistischen und interessensorientierten Ansätzen geübt worden ist, ist diese Kritik nun durch die Analogie mit Lakatos auf der Seite der ideenorientierten Ansätze selbst. Das Konzipieren der Idee der Politik („policy idea“) als „grundlegende Überzeugung“ verwischt ihren dynamischen Charakter, ihre angenommene Ambivalenz, die letztendlich laut den ideenorientierten Ansätzen das „Politische“ einer Idee ausmachen soll. Nach einer kritischen Diskussion dieser problematischen Analogie mündet die Reflexion in das Foucault‘sche Konzept von „tactical displacement“, das einen analytischen Schlüssel für das Aufbrechen des Paradoxons der Ideen in der Politikfeldanalyse darstellen kann.

Schlagworte

Lakatos, Sabatier, Foucault, Ideas

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