Manifestationen des Antisemitismus im kosmopolitischen Umfeld: Eine Analyse zu Durban II

Matthias Falter, Elisabeth Kübler

Abstract

Die Dialektik aus Beständigkeit und Wandel antisemitischer Ideologie drückt sich in der Verschiebung einzelner Elemente des Antisemitismus vor dem Hintergrund gesellschaftlicher und politischer Transformationen aus. In unserem Artikel untersuchen wir, wie sich Antisemitismus in einer kosmopolitischen Umgebung wie den Vereinten Nationen transformiert. Kernideologem ist dabei der Ausschluss Israels aus einer als homogen imaginierten Weltgemeinschaft. Mittels einer Dokumentenanalyse der UN-Weltkonferenz gegen Rassismus 2009 (Durban II) und ihrer Vorbereitungstreffen zeigen wir fünf zentrale Topoi dieses kosmopolitisch gewendeten Antisemitismus auf: die Fixierung auf Israel als alleinig schuldtragend am Nahostkonflikt, die Delegitimierung jüdischer Staatlichkeit, die Gleichsetzung Israels mit dem Nationalsozialismus, der Mythos einer jüdischen Weltverschwörung sowie die Kaperung jüdischer Holocausterinnerung.

Schlagworte

Antisemitismus, kosmopolitisch, UN-Weltkonferenz gegen Rassismus, Durban II, Israel

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