Mehr als Wählen mit 16: Empirische Befunde zum Thema Jugend und Politische Bildung

Peter Filzmaier, Cornelia Klepp

Abstract

Mit der Einführung von Wählen mit 16 in Österreich ist das Thema Politische Bildung politisch und medial stark thematisiert worden. Dieses öffentliche Interesse hat jedoch auch zusehends auf ein Defizit aufmerksam gemacht, nämlich das häufige Fehlen von umfangreichen Daten zu den Einstellungen von Jugendlichen bzw. LehrerInnen zu Politik und Politischer Bildung. Oft liegen nur subjektive Erfahrungswerte bzw. Einzelfallstudien vor, doch sind teilweise erst im Zuge der Wahlaltersenkung umfassende Studien zu den entsprechenden Einstellungen durchgeführt worden.

Im vorliegenden Beitrag werden Ergebnisse von Befragungen unter Jugendlichen und LehrerInnen mit jenen der Gesamtbevölkerung verglichen und ausgehend davon die These, wonach die österreichische Jugend als politikverdrossen gilt, geprüft. Ein erster Gesamtbefund zeigt, dass sich Jugendliche in ihren Einstellungen zu Politik bzw. hinsichtlich ihres Demokratieverständnisses und Politikinteresses weit weniger unterscheiden, als ursprünglich angenommen. Zudem gibt es eine durchschnittliche Demokratiezufriedenheit mit wenigen radikalen DemokratiegegnerInnen – jedoch eine gefährliche Zahl von latent unzufriedenen Jugendlichen (und LehrerInnen), welche für politischen Extremismus anfällig sind. Beim Interesse für Politik und Politische Bildung ist allerdings eine Kluft unter den Jugendlichen zu beobachten, d.h. es bestehen starke Korrelationen des Interesses und Wissens mit der sozialen und bildungsbezogenen Herkunft.

Schlagworte

Wählen mit 16, Politische Bildung, Politikverdrossenheit, Demokratieverständnis, Politikinteresse

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