Zwischen Gipfelkreuz und Halbmond. Die Auseinandersetzung um den Islam in Österreich und der Schweiz, 1998–2007

Martin Dolezal, Marc Helbling, Swen Hutter

Abstract

Die wachsende Präsenz muslimischer MigrantInnen und ihre religiös-kulturellen Forderungen an den Staat führen in vielen europäischen Ländern zu neuen Konflikten. Der vorliegende Artikel untersucht die bislang wenig beachteten Fälle Österreich und Schweiz und konzentriert sich auf den Einfluss unterschiedlicher Partizipationsmodelle und Regulationen des Verhältnisses von Kirche (bzw. Islam) und Staat. Die auf Basis einer kernsatzbasierten Inhaltsanalyse der Medienberichterstattung gewonnenen Daten zeigen, dass der Islam später als in vergleichbaren Ländern Gegenstand der politischen Auseinandersetzungen geworden ist und rechtspopulistische Parteien dabei eine zentrale Rolle einnehmen. Unterschiede in der Struktur dieser Auseinandersetzungen lassen sich auf Kontextfaktoren zurückführen: Die staatliche Anerkennung des Islam und die damit verbundenen themenspezifischen Opportunitätsstrukturen führen in Österreich zu einer stärkeren Beteiligung muslimischer AkteurInnen und einer eher von pragmatischen Begründungen geprägten Debatte. Das bürgerschaftliche Partizipationsmodell führt in der Schweiz zu einer geringeren Bedeutung von staatszentrierten, institutionalisierten Aktionsrepertoires und Kontextereignissen sowie von parteipolitischen VertreterInnen.

Schlagworte

Österreich, Schweiz, Islam, Rechtspopulismus, Opportunitätsstrukturen, Framing, Inhaltsanalyse

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