Links oder rechts oder ganz woanders? Zur Konstruktion der politischen Landschaft

Jan A. Fuhse

Abstract

Politische Akteure verorten sich seit der französischen Revolution mit Hilfe der Unterscheidung zwischen „links“ und „rechts“. Allerdings platzieren sie sich zunehmend in der „Mitte“ oder gleich „jenseits von links und rechts“. Sind die beiden Kategorien damit überflüssig geworden? Oder behindern sie sogar eine neue Sicht auf die politische Landschaft? Der Beitrag diskutiert zunächst die Funktion des Links- Rechts-Schemas als Orientierungshilfe für politische Akteure und Wähler. Anschließend wird die inhaltliche Aussagekraft des Schemas ausgelotet und mit anderen Kategorisierungen verglichen: der dreipoligen Typologie der Cultural Theory und dem zweidimensionalen Modell von Herbert Kitschelt. Abschließend wird eine Netzwerktheorie des Parteiensystems skizziert, in der die politische Landschaft als symbolische Matrix der Identitätskonstruktion und Abgrenzung von Parteien fungiert. Das Links-Rechts-Schema reduziert diese politische Landschaft auf eine einzige Dimension und leistet damit eine wichtige Übersetzung politischer Positionen in die Logik des politischen Systems mit dem Wechselspiel zwischen Regierung und Opposition. Bei dieser Reduktion werden aber auch wichtige inhaltliche Unterschiede ausgeblendet.

Schlagworte

Links, Rechts, Parteiensystem, Links-Rechts-Schema, Netzwerktheorie

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