Orakel der Neuzeit: Was leisten Wahlbörsen, Wählerstromanalysen und Wahltagshochrechnungen?

Christoph Hofinger, Günther Ogris

Abstract

Wahlbörsen, Wählerstromanalysen und Hochrechnungen werden zwar in der Öffentlichkeit viel beachtet, in der politikwissenschaftlichen Forschung aber nur selten diskutiert, weil die Methodologie jeweils komplex und ungewohnt ist. Alle Verfahren weisen eine Reihe spezifischer Probleme auf, die die Wahlsoziologie nur in Kooperation mit den Experimental Economics, aus denen die Wahlbörsen kommen, und mit der Statistik, aus denen die Wählerstromanalyse kommt, lösen kann.

Wahlbörsen haben nach ihren anfänglichen Prognose-Erfolgen eine Größe und eine Öffentlichkeitswirkung erlangt, die die Vorhersagegenauigkeit vermutlich wieder stark beeinträchtigen. In unserem Beitrag fassen wir die jüngste Geschichte der Political Stock Markets zusammen und geben einige Design-Empfehlungen.

Wählerstromanalysen, die auch die Basis für Wahltagshochrechnungen liefern, sind mit einer Reihe von methodischen Herausforderungen konfrontiert. Wir belegen mit österreichischen Wahldaten die andernorts geäußerte Vermutung, dass einer adäquaten Gruppierung von Gemeinden zur Vermeidung eines aggregate bias die höchste Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte.

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