Theorie, Politik und Rezeption. Kommentar zu Hans-Martin Schönherr-Manns Artikel „Politisches Ordnungsdenken aus christlichem Glauben. Eric Voegelins Antwort auf das Zeitalter der Ideologien“ (ÖZP 1/2001)

Gilbert Weiss

Abstract

Hans-Martin Schönherr-Manns Aufsatz wendet sich einem hierzulande weithin vergessenen, im anglo-amerikanischen Sprachraum dafür umso bekannteren Denker zu: Eric Voegelin. Schönherr- Manns Darstellung bleibt allerdings mangelhaft und wird der Person und dem Werk Voegelins kaum gerecht. Erstens wird Voegelin vom Autor vorschnell und fälschlich als „religiöser Mensch“ und „gläubiger Christ“ dargestellt. Zweitens wird dann die Theorieposition selbst über diese Religiosität definiert („Ordnungsdenken aus christlichem Glauben“), ehe sie drittens politisiert wird, indem sie im amerikanischen „Bibelgürtel“ und in der „religiösen Rechten“ verortet wird. Voegelin erscheint in der Folge als Botschafter einer „missionarischen Gewissheit des religiösen Glaubens“, in dessen Werken die McCarthy-Ära „widerhallen“ würde. Diese Darstellung Schönherr-Manns ist zu korrigieren, wenn eine seriöse und kritische Auseinandersetzung mit der politischen Philosophie Eric Voegelins ermöglicht werden soll.

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